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Sonntagslicht der Diözese Graz-Seckau

Erklärung der österreichischen Bischofskonferenz zur Allianz für den freien Sonntag

Herbsttagung, 7. - 9. 11. 2000

Allianz für den freien Sonntag
Die österreichischen Bischöfe begrüßen den Ausbau der österreichweiten Allianz für den freien Sonntag, besonders die Erarbeitung des am 9. Oktober beschlossenen Grundsatzprogramms (siehe
Beilage). Die von Diözesanbischof Maximilian Aichern geleitete "Dialog für Österreich"-Projektgruppe "Sonn- und Feiertag im Kontext der gesellschaftlichen Entwicklung" konnte damit eine neue Form
gesellschaftspolitischen Engagements initiieren, die für Partner aus dem kirchlichen und gesellschaftlichen Bereich offen ist. Das Bundesland Salzburg hat den Schutz des Sonntags bereits in der Landesverfassung verankert. Andere Bundesländer sind im Begriff es zu tun.
In der Allianz für den freien Sonntag treten verantwortungsbewusste Kräfte aus Kirche und Gesellschaft gemeinsam dafür ein, dass der freie Sonntag nicht vordergründigen wirtschaftlichen Interessen geopfert wird. Zugleich geht es um eine breite Bewusstseinsbildung für den Wert des Sonntags und der Feiertage.
Derzeit arbeiten in der Allianz die schon bestehenden Allianzen für den freien Sonntag auf Diözesan- und Bundesländerebene, die Österreichische Bischofskonferenz, der Österreichische Gewerkschaftsbund und die Arbeiterkammer mit. Gespräche mit dem Ökumenischen Rat der Kirchen in Österreich sowie bundesweiten Mitgliederorganisationen aus Kirche(n) und Gesellschaft sind
eingeleitet.

Grundsatzprogramm der Allianz
Sonn- und Feiertage stellen für alle Menschen in unserer Gesellschaft, insbesondere für Gruppierungen, die im kulturellen, religiösen, sportlichen, sozialen oder politischen Bereich tätig
sind, einen unverzichtbaren Wert dar. Die Ausweitung der Sonn- und Feiertagsarbeit in gesellschaftlich nicht notwendige Bereiche bedeutet einen gravierenden Einschnitt in das Gefüge der
Gesellschaft: Die Deregulierung der Arbeitszeit, der Zugriff auf Sonntag und Feiertage und das Ausdehnen der Wochenendarbeit in allen Ländern Europas zeigen, wie mächtig Wirtschaftsinteressen in das Leben der Menschen und in die Gesellschaft eingreifen. Menschen
sollen mit ihrer Erwerbsarbeit rund um die Uhr verfügbar sein, jederzeit einsetzbar im Handel und Tourismus, in industriellen Produktionsprozessen, und in den verschiedensten Dienstleistungen.
Diese Entwicklung reduziert den Menschen auf Arbeits-und Kaufkraft. Gerade der gemeinsame arbeitsfreie Sonntag ist ein Zeichen, dass der Mensch mehr ist als Arbeitskraft und Konsument.
Der Sonntag ist in unserer Gesellschaft der regelmäßige gemeinsame freie Tag, ein Tag der Muße und Erholung, ein Tag der Begegnung, der Familie und der Gemeinschaft, ein Tag der Besinnung, des Gottesdienstes und des Feierns und ein Tag vielfältigen Engagements außerhalb von Erwerbsarbeit und Konsum.

Forderungen für den freien Sonntag
Daraus ergibt sich das Engagement für die freien Sonn- und Feiertage als kulturelle, religiöse, soziale und politische Herausforderung. Die Allianz stellt für den freien Sonntag folgende Forderungen:
1. Die Sonntags- und Feiertagsruhe muss generell gesetzlich geschützt bleiben.
2. Die bestehenden Ausnahmen nach dem Arbeitsruhegesetz sind laufend auf ihre Notwendigkeit zu überprüfen. Für Ausnahmeregelungen zur Sonn- und Feiertagsarbeit muss es kollektivvertragliche
Rahmenbedingungen geben.
3. Sonn- und Feiertagsarbeit muss Ausnahme bleiben und einen höheren Preis haben als Normalarbeitszeit. Für diejenigen, die solche Arbeit im Dienst der Mitmenschen leisten, muss es eine angemessene Entlohnung und Ersatzfreizeit geben.
4. Gesetze, die ein Durchbrechen der Sonn- und Feiertagsarbeit erlauben, müssen geändert werden, damit der schleichenden Ausweitung der Sonntagsarbeit vorgebeugt werden kann; Kontrolle und Sicherung der Sonn- und Feiertagsruhe müssen garantiert sein.
5. Die Sonn- und Feiertagsruhe muss in Österreich auf Bundes- und Landesebene, verfassungsrechtlich verankert werden.
6. Seitens der EU müssen der arbeitsfreie Sonntag geschützt und die gesetzlichen Feiertage der
einzelnen Mitgliedsstaaten - als Ausdruck der kulturellen und religiösen Identität - respektiert werden.
Die Mitglieder der Allianz verpflichten sich zu einem intensiven, bewusstseinsbildenden und politischen Engagement zum Schutz der freien Sonn- und Feiertage.
Quelle: http://www.dioezese-linz.at/redaktion/index.php?action_new=Lesen&Article_ID=4658


 
 
Projektkoordinator:
Karl Veitschegger
T:0316/8041-246
Mobil:0676/8742-2246
Email
Assistent:
Helmut Schmidt
Mobil:0676/8742-2828
Email

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