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Pressestimmen

Diözese Graz: "Frauenförderplan" tritt in Kraft
"Gleichberechtigter Zugang zu sämtlichen Funktionen und Ämtern, die kirchenrechtlich auch für Frauen offen sind"
(Kathpress vom 01.07.2000)

Graz, 30.6.00 (KAP) Die Frauenkommission der Diözese Graz-Seckau hat "grünes Licht" für die Umsetzung des von ihr vorgelegten "Frauenförderplans" erhalten: Diözesanbischof Johann Weber hat einem Maßnahmenpaket zugestimmt, mit dem "auch in der Organisation Kirche bestmögliche Chancengleichheit zwischen berufstätigen Frauen und Männern hergestellt werden soll". Für die Vorsitzende der Frauenkommission, Claudia Kompacher, ist die Verabschiedung des Plans ein wichtiger Schritt in Richtung einer 1. geschwisterlichen Kirche". Sie sieht darin auch eine Chance, den innerkirchlichen Dialog in Frauenfragen in der Steiermark fortzusetzen.

Der von der Frauenkommission ausgearbeitete "Frauenförderplan" sieht einen "gleichberechtigten Zugang von Frauen zu sämtlichen Funktionen und Ämtern" vor, "die derzeit kirchenrechtlich für Frauen offen sind". Frauen sollen zu "mehr Verantwortung, Einflussnahme und Entscheidungskompetenz" ermutigt und zur Aus- und Fortbildung motiviert werden.

Damit sich Frauen in Pfarren und Dekanaten mehr zu tun und zu sagen trauen, hat die Diözesane Frauenkommission gemeinsam mit dem Pastoralamt und der-Katholischen Frauenbewegung der Diözese Graz-Seckau in der ersten Jahreshälfte eine Seminarreihe unter dem Titel "Gut geschult ist halb gewonnen" im Bildungshaus Schloss Seggau durchgeführt. Die 15 Absolventinnen erhalten am Samstag, 1. Juli, ihre Abschluss-Zertifikate.

Der "Frauenförderplan", der im letzten Jahr auch vom Steirischen Diözesanrat diskutiert wurde, kann unter der Internet-Adresse "www.kath-kirche.at/graz/wort/f/ffp.html" eingesehen werden.
 
Dialog für Österreich"-Gruppe über Frauen beendete Tätigkeit
Abschluss der Weiterarbeit an den Salzburger Voten mit Studientag in Linz - In Zukunft mindestens einmal jährlich Gespräch zwischen Bischöfen und Frauenvertreterinnen aus den Diözesen
(Kathpress vom 01.07.2000)

Klagenfurt-Linz, 30.6.00 (KAP) Die bischöfliche Projektgruppe "Frauen in Kirche und Gesellschaff' beendet jetzt - wie vorgesehen - ihre Tätigkeit. Ziel der Gruppe unter der Leitung des Kärntner Diözesanbischofs Egon Kapellari und der Vorsitzenden der Katholischen Frauenbewegung Österreichs (kfbö) war die Weiterarbeit an jenen drei Voten der Salzburger Delegiertenversammlung vom Oktober 1998, die das Thema Frauen in der Kirche behandelt hatten: Die Einführung des Frauendiakonates, die Errichtung von Frauenkommissionen in allen österreichischen Diözesen und die Anerkennung der vielfältigen Berufungen und Lebenswege der Frauen sollten als "Lebensfragen der Kirche" weiterentwickelt und konkretisiert werden. Zum Teil sei dies gelungen, sagte Margit Hauft bei der Abschlussveranstaltung der Projektgruppe, einem Studientag zum Wandel der Geschlechterrollen in Linz: In sechs österreichischen Diözesen hätten sich Frauenkommissionen konstituiert. Zugleich wünschte sich die kfbö-Vorsitzende, dass manche dieser Kommissionen mit mehr Kompetenzen ausgestattet werden. "Man soll sagen, wenn man ansteht und keine falschen Hoffnungen wecken", erklärte Bischof Kapellari im Hinblick auf die Beendigung der Tätigkeit der Projektgruppe. Er sei "kein Freund taktischer Spiele". Kapellari kündigte zugleich an, dass in Zukunft drei Bischöfe im Auftrag der Bischofskonferenz mit Vertreterinnen aus allen Diözesen mindestens einmal jährlich zu einem Gespräch über "gemeinsam bewegende Fragen" zusammentreffen werden.

Zu einem kritischen Befund über das Verhältnis der Kirche zu den Frauen kam die ehemalige kfbö-Vorsitzende Ingrid Klein: "Die Frauen haben sich verändert, die Kirche hat es nicht bemerkt oder will es nicht wahrhaben", fasste sie im Gespräch mit der "Kirchenzeitung der Diözese Linz" die Ergebnisse einer Studie der Deutschen Bischofskonferenz zusammen. Die Frauen wollten aber mit ihren Fähigkeiten und in ihren unterschiedlichen Lebenssituationen ernst genommen werden. Klein sieht "ein großes Problem darin, dass sie Kirche hinter den gesellschaftlichen Entwicklungen der Moderne so weit nachhinkt". Eine positive Reaktion auf die Emanzipationsbewegung der Frauen stehe kirchlicherseits noch aus.

Auf ein Dilemma machte die langjährige Vorsitzende der Katholischen Jungschar, Birgit Dissertori, aufmerksam: Die Jungschar bemühe sich mit Methoden geschlechtssensibler Mädchenarbeit darum, ihre weiblichen Mitglieder "zu eigenständigen, selbstbewussten Persönlichkeiten zu erziehen". Wenn sie dies als Frauen in die Kirche einbringen wollten, stoßen sie laut Dissertori "sehr schnell an Grenzen und auf Unverständnis und müssen sich in Nischen zurückziehen".


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