Advent
Jesus ist im Kommen!

Das Wort "Advent" bedeutet "Ankunft" (lat. adventus Domini = Ankunft des Herrn). Die Kirche denkt in dieser Zeit an das Kommen Christi am "Ende der Zeiten", aber auch an sein erstes Kommen als Kind in Betlehem und an sein Kommen immer wieder beim Gottesdienst. Eines der ältesten christlichen Gebete ist der aramäische Ruf: "Maranatha" (1 Korinther 16,22). Dieser Ruf in der Muttersprache Jesu kann bedeuten: "Unser Herr, komm!", aber auch: "Unser Herr ist gekommen!" oder "Unser Herr wird kommen!"
Ursprung der Adventzeit
Eine eigene Adventzeit als besinnliche Vorbereitung auf das Weihnachtsfest (in Anlehnung an die vorösterlich Fastenzeit) wurde seit dem vierten Jahrhundert zuerst in Spanien und Gallien, später im ganzen Abendland begangen. Die Ostkirchen kennen keine Adventzeit. Im Westen war ihre Dauer zuerst regional verschieden (zwischen vier und sechs Wochen), bis Papst Gregor der Große (540-604) die noch heute gültige Regelung festlegte. Die Kirchen der Reformation haben diese römische Tradition übernommen. Der erste der vier Adventsonntage fällt auf den Sonntag zwischen 27. November und 3. Dezember. Der vierte Adventsonntag kann daher spätestens auf den 24. Dezember(!) fallen.
Zeit der Besinnung und Hinkehr zu Gott
Für katholische Christen ist der Advent ein Zeit der Besinnung und Buße (= Hinkehr zu Gott). Das signalisiert auch die liturgische Farbe Violett. Am dritten Adventsonntag, der auch "Gaudete" (= "Freut euch!") heißt, werden mancherorts rosa liturgische Gewänder verwendet.
In früheren Zeiten begannen viele Menschen bereits nach dem fröhlichen Martinifest (11. November, "Ganslessen") eine vorweihnachtliche Fastenzeit, die am Heilige Abend, an dem in katholischen Gegenden oft Fisch auf den Tisch kam, endete. An vielen Orten fand am Gedenktag der hl. Katharina von Alexandrien (25. November) die letzte ausgelassene Tanzveranstaltung vor der besinnlichen Zeit statt. Daran erinnert der Spruch: "Sankt Kathrein stellt's Tanzen ein!"
Religiöses Brauchtum
Die Adventzeit hat das Volk zu einer Vielzahl von religiösen Bräuchen angeregt: Adventkranz (kommt ursprünglich aus dem evangelischen Bereich), Herbergsuchen, Frauentragen (Weitergabe eines Marienbildes von Haus zu Haus) usw. In den Alpenländern werden besondere Frühmessen namens "Rorate" gefeiert. Das Wort "Rorate" leitet sich vom lateinischen Eingangsvers dieser Messen ab: "Rorate coeli desuper et nubes pluant iustum" - "Tauet, Himmel, herab den Gerechten, die Wolken sollen ihn herabregnen!" (vgl. Jesaja 45,8)
Solidarität
“Der Advent ist die beste Zeit, in Gemeinschaft mit all denen zu leben - und Gott sei Dank sind das viele - die auf eine gerechtere und brüderlichere Welt hoffen. Bei diesem Einsatz für die Gerechtigkeit können in gewisser Weise Menschen aller Nationalitäten und Kulturen, Glaubende und Nicht-Glaubende zusammenfinden.“ (Benedikt XVI., Advent 2006)
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