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Der Islam

Kurze Einführung aus katholischer Sicht von Karl Veitschegger

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1. Von Abraham bis Muhammad

Auf Abraham, den leiblichen und geistlichen Stammvater des Judentums, berufen sich auch die Gläubigen des Islam: die Muslime. Sie sehen in dem Abrahamsohn Ismael (vgl. Genesis 16,16 und 17,20), den Ahnherrn der arabischen Stämme, aus denen der große Prophet des Islam, Muhammad (570 – 632 n. Chr.; im Westen oft Mohammed ausgesprochen), stammt. In der arabischen Handelsstadt Mekka geboren, als Waisenkind von Verwandten großgezogen, glücklich verheiratet mit der wohlhabenden und um 15 Jahre älteren Kauffrau Kadidscha, weiß sich Muhammad um das Jahr 610 zum Propheten und Gesandten Gottes berufen:

Er soll – wie vor ihm schon Abraham, Ismael, Mose und viele andere Propheten – den Menschen wieder den Glauben an den einen und einzigen Gott (arabisch: Allah) verkünden. Die Vielgötterei, die damals in Mekka üblich ist, soll ein Ende haben. Die Kaaba, nach arabischer Überlieferung von Adam als erstes Gotteshaus der Welt erbaut und nach der Zerstörung durch die Sintflut von Abraham wiedererrichtet, soll von Götzenbildern und heidnischen Bräuchen gereinigt werden. Immer wieder in unregelmäßigen Abständen erfährt Muhammad bis zu seinem Tod im Jahre 632 "Offenbarungen" (übermittelt durch den Engel Gabriel, arab. Dschibril), die im Koran (arab. Quran, wörtlich: Lesung) aufgezeichnet worden sind. Kadidscha – sie bleibt zu ihren Lebzeiten Muhammads einzige Frau – und einige Mekkaner glauben an ihn, andere lehnen seine Predigt vom Gericht Gottes und von der Auferweckung der Toten am jüngsten Tag als Betrug ab.
  



2. Muhammad hat Erfolg

Angefeindet und enttäuscht verlässt der "Gesandte Allahs" mit seinen treuen Gefährten 622 Mekka und zieht nach Jathrib (später Medina, Stadt des Propheten, genannt), wo man ihn willkommen heißt und seine religiöse, soziale, politische und militärische Begabung zu schätzen weiß. Diese Auswanderung (Hidschra) ist der Beginn der islamischen Zeitrechnung. In Medina wird Muhammad zum erfolgreichen Begründer, Führer und Feldherrn einer wachsenden muslimischen Gesellschaft, geordnet nach den Anweisungen "Allahs und seines Gesandten". Immer deutlicher setzt sich die Umma , die Gemeinschaft der Muslime, jetzt von den Juden und Christen ab, die zwar wie die Muslime an den einen Gott glauben, aber nicht in der vom Koran vorgeschriebenen Weise. Nach einigen kriegerischen Auseinandersetzungen - berühmt ist die Schlacht von Badr - gelingt es Muhammad, in Mekka einzuziehen und die Kaaba von der Vielgötterei - neben dem Schöpfergott Allah werden dort z. B. noch drei "Töchter Allahs" angebetet - zu reinigen. Obwohl Muhammad nach dem Tod Kadidschas (619) mehr als ein Dutzend Frauen (darunter auch eine koptische Christin) heiratet und viele Kinder zeugt, überlebt ihn kein Sohn, so dass die Frage nach der legitimen Nachfolge in der Führung der Umma bis heute unter Muslimen umstritten ist (Sunniten, Schiiten).

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