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Das Judentum


7. Juden und Christen - Geschwister im Glauben?

  • Juden und Christen verbindet der Glaube an den einen Gott, der in Abraham alle Geschlechter der Erde segnen will. Dieser Gott wird bezeugt in der hebräischen Bibel, die für Juden und Christen Heilige Schrift ist (von Christen Erstes oder Altes Testament genannt).
  • Das Christentum hat seinen Ursprung im Judentum: Jesus von Nazaret, von der Jüdin Maria geboren, die Apostel und die ganze Urgemeinde in Jerusalem waren gläubige Juden und Jüdinnen. "Das Heil kommt von den Juden" (Johannes 4,22), bezeugt auch das Neue Testament.
  • Da viele Juden Jesus von Nazaret nicht als Messias anerkennen konnten, weil sie eine andere Messias-Vorstellung hatten, hingegen Griechen, Römer und andere Heiden bereit waren, Jesus als ihren "Herrn" und "Sohn Gottes" anzunehmen, kam es schon früh zur Trennung von Juden und Christen.
  • Dennoch: Das jüdische Volk bleibt - auch aus christlicher Sicht - Träger der Verheißung Gottes und des Abrahamssegens und ist weiterhin von Gott geliebt.
  • Das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965; Erklärung "Nostra aetate") und Papst Johannes Paul II., der als erster Papst der Neuzeit offiziell in einer Synagoge betete und Juden als "bevorzugte Geschwister" der Christen bezeichnete, haben viel zu einem besseren Verständnis des Judentums innerhalb der katholischen Kirche beigetragen.


  • Auch Juden können heute die Rolle des Christentums und die Gestalt Jesu neu bewerten. Manche anerkennen, dass durch die weltweite Verbreitung der christlichen Botschaft unzählige Menschen den Gott Israels, der der Gott aller Menschen ist, kennen gelernt haben.
  • Juden und Christen hofffen auf das Kommen des Messias. Juden kennen den Namen des Messias noch nicht, Christen erwarten Jesus als den, der wiederkommt "in Herrlichkeit".
  • Die Einstellung zur Person Jesu ist zwischen Juden und Christen derzeit noch kontrovers, sie sprechen einander aber das ewige Heil nicht ab, sondern hoffen füreinander auf die Auferstehung und das ewige Leben in Gott.

"Erhoben und geheiligt ist Sein großer Name in der Welt, die Er erneuern wird. Er belebt die Toten und führt sie empor zu ewigem Leben ..."
Beginn des Kaddisch

"Es könnte sein, dass er, der am Ende der Tage kommen wird - er, der die Hoffnung der Synagoge und der Kirche ist - das gleiche Antlitz trägt."
Hans-Joachim Schoeps, jüd. Religionswissenschaftler,1909-1980, zit. nach: Franz v. Hammerstein, Das Messiasproblem bei Martin Buber, Stuttgart 1958 (StDel 1), 102 Anm. 42

Karl Veitschegger



 
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