![]() |
Hier sind derzeit nur die Artikel und
Reportagen aus dem Pfarrblatt. Alle anderen Informationen entnehmen Sie bitte der Ausgabe auf Papier. Die aktuelle
gedruckte Ausgabe liegt an den Schriftenständen |
zurück zur Grabenpfarre-Hauptseite
Impressum: Eigentümer, Herausgeber und Verleger: Katholisches Pfarramt Graz-Graben, Kirchengasse 4
Für das Internet umgesetzt von Martin Bretterklieber
![]() |
Wort des Pfarrers |
Frühling des Glauben
"Es hat heute den Anschein, als ob die Menschen ihren Glauben verlieren, wie sie ein Taschentuch verlieren; er geht ihnen weiter nicht ob. Aber das ist nur schlecht beobachtet: Die Menschen verlieren nicht ihren Glauben, er hört einfach auf, ihrem Leben Form zu gehen. Das ist alles." So hat Georges Bernanos treffend unsere heutige Glaubenssituation gesehen.
Immer mehr Menschen fragen sich: Was hat mein Leben, mein Beruf, meine Familie mit Gott zu tun? Viele wissen nicht mehr, warum sie Christen sein sollen. Wozu ist der Glaube gut? Diese Frage beschäftigt mich seit Jahren. Wird es uns in der Kirche und in der Pfarre gelingen, mehr Gläubige als bisher für die Aufgabe zu gewinnen, den christlichen Glauben an die nachfo1gende Generation weiterzugeben? Unsere Gemeinden werden kleiner, Kinder und Jugendliche sind in den Gottesdiensten rar geworden.
Ich will nicht klagen, aber mich auch nicht mit der weithin verbreiteten Meinung zufrieden geben: "Da kann man halt nichts machen. Der Zeitgeist und die Umstände sind eben gegen uns!" Woran leidet unser Glaubensleben? Ich meine, wir verstecken unseren Glauben zu sehr Wir scheuen uns, unseren Glauben in unserer Umgebung zu bezeugen, weil wir meinen, wir erregen damit Anstoß. Es ist vielfach die Angst, als fromm oder gar bigott angesehen zu werden. Eines ist für mich klar: Der Glaube an Gott wird in unserer Gesellschaft verdünnen, wenn nur mehr die "beamteten Diener der Kirche" von Gott reden.
Es waren nie die schlechtesten Zeiten in der Kirche, wenn Laien, Frauen, Männer; Jugendliche, ihre Kräfte für die Erneuerung und Verjüngung der Kirche und die Verlebendigung des Glaubens eingebracht haben. Solche Gedanken sind mir rund um die Pfarrgemeinderatswahl gekommen. Ich weiß schon, daß eine Schwalbe noch keinen Sommer macht, aber ankündigen kann auch schon eine Schwalbe das nahende Frühjahr; daß es nach der langen Winterzeit wieder ,,grün" wird.
Vielleicht begreifen wir jetzt zu Ostern eher, warum uns unser Glaube im letzten froh macht: weil wir erfahren, daß Gott Großes an uns getan hat Ostern hilft uns mit dem Herzen zu glauben. Die Vernunft allein kann den Glauben nicht erzwingen. Das Herz hat Gründe, von denen der Verstand nichts weiß. Die österliche Kirche lebt dort, wo die größere Liebe den Sieg davonträgt. Ostern, das ist die Melodie, die Welt und Menschen retten wird.
Ich wünsche Ihnen ein frohes und gesegnetes Osterfest
Ihr Pfarrer Franz Tropper
Ihr Pfarrer Franz Tropper
![]() |
Osterlied |
| Weihet dem Osterlamme Lobgesänge, ihr Christen. Denn das Lamm erlöste die Schafe; Mit dem Vater versöhnte Christus, der Reine. Alle die Sünder. |
Tod und Leben da kämpften Seltsamen Zweikampf: Der Fürst des Lebens, dem Tode erliegend, herrscht als König Lind lebt. |
"Maria, künde uns laut: Was hast auf dem Weg du geschaut?" ,,Sah, Christ, des Lebendigen, Grab, Und wie Glanz den Erstanden umgab. Sah himmlischen Boten, Schweißtuch und Linnen des Toten. Christus erstand,
Er, mein Hoffen; |
Nun wissen wir: Christ ist erstanden wahrhaft vom Tod. Du Sieger, Du König, Sieh unsre Not. |
Text: Ostersequenz. Wipo von Burgund vor
1050
![]() |
Versöhnung |
Und manchmal gelingt es ...
Das Thema der großen Europäischen Ökumenischen Versammlung. die im Juni in Graz stattfinden wird, heißt Versöhnung". Bloß ein Thema für Diskussionen? Oder gelebte Wirklichkeit? Die jolgenden Geschichten, erzählt von Herrad Spielhofer, haben sich tatsächlich zugetragen. Sie regen an, Versöhnung zu entdecken und selbst zu wagen.
Sudetenland September 1945
Viele Monate hatten sie nur von Erdäpfeln gelebt, die sie
heimlich in der Nacht von den Feldern holten. Auch während des
Tages durften sie die ihnen zugewiesene Behausung - ein Raum in
einer Hütte - nicht verlassen. Da war es der Tante des Mädchens
gelungen, beim Arbeitseinsatz ein Stück Fleisch zu ergattern.
Allerdings konnte sie es bei den strengen Kontrollen nicht selbst
mitbringen. Dem kleinen Mädchen gelang es, - wer schaut schon
auf so ein kleines Ding - es unbehelligt herauszuschmuggeln. Sie
hatte das Fleisch in einer Innentasche ihrer Schürze verstaut
und machte sich auf den langen Weg durch die Felder zurück.
Zwischendurch mußte sie sich immer wieder verstecken. Dabei
passierte wohl das Unglück. sie verlor das kostbare Stück.
Irgendwie war es durch ein Loch gerutscht. Sie lief zurück und
suchte, suchte, - vergebens.
Da setzte sich das Mädchen an den Rand der Straße und
schluchzte bitterlich. Sie dachte an ihr Versagen, ihre Enttäuschung,
an all ihren aufgestauten Kummer, ihre ohnmächtige Wut Lind
schluchzte nur noch mehr. Eine Frau, die mit dem Rad unterwegs
war, sah das Kind, stieg ab und tröstete es, bis es sich endlich
beruhigte. Sie sagte ihm viele zärtliche Worte, von denen das Mädchen
kein einziges verstand, denn die Frau konnte nur tschechisch und
das Mädchen nur deutsch. Doch in diesem Augenblick begann in dem
kleinen Mädchen die Versöhnung mit all dem Unrecht, das ihr
angetan worden war.
Die Konsequenzen
Der Tag war anstrengend gewesen und er freute sich auf einen gemeinsamen Abend. Doch als er nach Hause kam, war die Wohnung so, wie er sie in der Frühe verlassen hatte. Brachte sie es den nicht fertig, ein wenig aufzuräumen, die Betten zu machen? "Warum kannst du nicht Ordnung machen wie jede normale Hausfrau?" schrie er sie an. "Warum muß es bei dir immer so ausschauen wie bei einem Vandalenangrift? Mir langt es jetzt, ich ziehe die Konsequenzen. ,,Was willst du tun? Willst du dich scheiden lassen?", fragte sie. ,,Aber nein, Liebling. ich werde selber aufräumen!"
Bleib, wie du bist.
Niemand ahnte, wie sehr er sich selbst haßte. Er war
rechthaberisch, nachtragend. aufbrausend und äußerst mürrisch.
,,Du bist ein echter Kotzbrocken" sagte Lisa, wenn du dich nicht änderst, lauf ich dir auch davon
wie deine Freunde." Keiner wollte etwas mit ihm zu tun
haben, nur Lisa blieb bei ihm. Wie lange noch?
Doch eines Abends sagte sie: ,,Gib es auf! bleib so, wie du bist,
ich mag dich auch so." Es war einfach wunderbar, er brauchte
sich nicht mehr anzustrengen, sie mochte ihn wie er war, mit all
seinen Fehlern. Er war glücklich. ja überglücklich, er sang
und tanzte und ohne, daß er sieh dessen bewußt wurde, war er
wie verwandelt.. Er war freundlich, fröhlich und hörte auf sich
zu hassen.
Er ist mein Sohn
Nach 6 Jahren Gefängnis wollte er ein neues Leben anfangen
und kam nach Hause. Ob ihn der Vater aufnehmen würde? Seit
seiner Verhaftung hatte er keinen Kontakt mehr mit ihm. Seine
Mutter hatte ihn einige Male heimlich besucht. Mit ihr hatte er
auch mehrmals telefoniert. Nun stand er vor der Haustüre und läutete.
Der Vater öffnete und stumm sahen sie einander an. ,,Ich bin der
Pauli, dein Sohn." "Ich habe keinen Sohn, verschwinde!"
,,Wo ist Mama?" und laut rief er ,,Mama, Mama." Mein
Pauli, mein Pauli", sie lief auf ihn zu und umarmte ihn,
,,daß du nur wieder da bist, mein Pauli, mein Sohn!" Dann
wandte sie sich sehr bestimmt zu ihrem Mann und sagte mit fester
Stimme: ,,Er bleibt hier, er ist mein Sohn!"
Unser Dorf soll schöner werden.
Unter diesem Motto lud der Bürgermeister alle Bewohner der
Dorfstraße ein, an der Gestaltung ihres Heimatortes
mitzuarbeiten. Alle waren gekommen, darunter auch einige
Familien, die seit langem zerstritten waren. Nach der Begrüßung
durch den Bürgermeister und der Vorstellung des Projektes sprach
auch ein Herr der Straßenverwaltung. Er versprach, alle Straßenwässer
zu verrohren. "Auch das Wasser, das bisher von der Straße
auf den Wiesengrund von Herrn K. geflossen ist, wird verrohrt und
abgeleitet." Herr K. meldete sich sofort: ,,Und ich habe
geglaubt das Wasser kommt von meinem Nachbarn." Darauf der
Nachbar: ,,Und deswegen hast du es wieder zu mir geleitet."
,,Der Bürgermeister erstaunt: ,,Das allein war der Grund eures
Streites?" Herr K: ,,Das habe ich ja nicht gewußt."
,,Dann könnten wir den Streit ja begraben." erwiderte
spontan der Nachbar. ,,Von mir aus." Sie gaben einander die
Hand.
Das ist schön, vielleicht könnten sich alle wieder vertragen."
Der Bürgermeister sah erwartungsvoll in die Runde. Darauf
meldete sich sofort eine andere Bewohnerin des Ortes ,,Bei uns
ist das sicher nicht so einfach, da steht mehr dahinter als ein
bißerl Wasser." Ehe man sich versah beschimpften sich 2
Parteien lautstark. Eine halbe Stunde lang warfen sie sich
gegenseitig Missetaten an den Kopf. Dann sagte einer der
Beteiligten atemlos. ,Jetzt ist es mir leichter, jetzt habe ich
euch alles einmal gesagt." Darauf sagte der andere: ,,Ja,
jetzt wißt ihr es wenigstens".
Auch andere Bewohner ergriffen jetzt die Gelegenheit ihre Meinung
zu sagen und einiges stellte sich als Mißverständnis heraus.
Auf jeden Fall mußte das alles noch bei einem Krügerl Bier
weiter erörtert werden. Wie man hörte, dauerte es bis in den frühen
Morgen.
Übrigens, es wurde eine schöne Ortsgestaltung.
Herrad Spielhofer
![]() |
"Euer Gott muß ein Esel sein!" |
Das Ärgernis des Kreuzes
Ein Gekreuzigter als Inbegriff der Liebe Gottes?
Für die Heiden der Antike ist es eine Eselei. Für rechtgläubige Juden und Muslime bis heute ein abwegiger gotteslästerlicher Gedanke. Für moderne, liberale Erfolgsmenschen eine Peinlichkeit. Für gläubige Christen nach wie vor das Um und Auf ihres Glaubens.
Die älteste uns erhaltene Darstellung des Gekreuzigten ist kein frommes Andachtsbild, sondern eine Karikatur aus der Zeit der Christenverfolgung: Eine Wandkritzelei auf dem Palatin in Rom zeigt den Gekreuzigten mit Eselskopf davor einen Beter, dar unter die spöttischen Worte: "Alexamenos betet seinen Gott an". Der heidnische Karikaturist kann offensichtlich nicht verstehen, warum sein Bekannter Alexamenos der Religion des Gekreuzigten nachläuft. Ist Religion nicht dazu da, sich schöne erhebende Gefühle zu verschaffen? Sich von positiven göttlichen Kräften durchströmen zu lassen? Verkörpern die Götter nicht Luxus, Reichtum, Genuß, Lust. Unsterblichkeit? Was soll da eine Hinrichtung am Kreuz? Ein Gekreuzigter ist in den Augen eines tüchtigen römischen Bürgers ein Verbrecher, zumindest ein Versagen jedenfalls ein vom Schicksal Verfluchter und von den Göttern Verlassenen Ein Gott. der sich kreuzigen läßt, muß ein Esel sein. Das Kreuz. verkörpert alles Schiefgelaufene, Grausame. Sinnlose in dieser Welt. Ein anständiger Mensch - so der alte Cicero - sollte nicht einmal daran denken.
Der Blick auf die dunkle Seite des Lebens, auf das unvermeidbare Leid, das auch Unschuldige trifft, hat Menschen seit jeher hilflos gemacht. Viele entfliehen dieser Hilflosigkeit, indem sie sich ins Vergnügen stürzen. Andere wollen durch ,,positives Denken" nur das Schöne und Gute in Welt und Natur wahrhaben. Manche - vor allem esoterisch angehauchte Menschen -versuchen das Leid "philosophisch" zu erklären, z. B. mit der Lehre von der Wiedergeburt: Gegenwärtige Schicksalsschläge seien nur die ,,gerechte Strafe" für das Fehlverhalten in früheren Leben. Aber darf man es sich so einfach machen? Wer kann grausam mißhandelten Kindern mit gutem Gewissen sagen: Das habt ihr euch selbst "eingebrockt!"
Der christliche Glaube kennt keine philosophische Erklärung für das Leid. Auf die oft gestellte Frage, warum ein liebender Gott all das Furchtbare in der Welt zulassen kann, weiß er keine befriedigende Antwort. Er darf bescheiden einbekennen: Ich stehe nicht an der Stelle Gottes. Ich durchschaue Gottes Wege nicht und muß sie daher auch nicht rechtfertigen. Christlicher Glaube "weiß" aber: Gott steht an meiner Stelle. Er ist in Jesus von Nazareth tatsächlich einer von uns geworden. Der ewige Gott als sterblicher Menschenbruder. Eine christliche ,,Frechheit"! Juden und Muslime würden in ihren Aussagen über Gott niemals so weit gehen. Aber Christen wagen es zu sagen: Gott kennt das Menschsein nicht nur "von außen", sondern "von innen", aus eigener Erfahrung. Er hat ein echtes Menschenleben durchlebt und "durchliebt", gerade auch die dunklen Seiten unserer Existenz: das Abgelehnt-Werden, die Enttäuschung, die Angst, die Einsamkeit, die Ohnmacht, das Leiden, das Sterben und - so paradox es klingen mag - sogar die Gottverlassenheit. "Mein Gott. mein Gott, warum hast du mich verlassen?" In diesem Schrei Jesu am Kreuz sammeln sich die lauten und leisen Schreie aller Gequälten aller Zeiten. Gott zaubert die Leiden nicht einfach weg aus der Welt. Aber er versteht jeden Leidenden, nimmt jedes Leid in sein Herz und - so darf der Christ glauben - pflanzt ihm den Keim des ewigen Ostermorgens ein.
Nach der frühchristlichen Fastenordnung war der Genuß von Fleischspeisen und Laktizinien (Milch, Butten Käse, Eier) wahrend der Fastenzeit den Gläubigen untersagt. Die "Speisensegnung" bzw. "Fleischweich" entwickelte sich daraus daß das Volk jene Speisen, auf die es verzichten mußte., erst dann genießen wollte, wenn sie von der Kirche gesegnet worden waren. Speisensegnungen gab es schon im 7. Jahrhundert. Neben dem Osterlamm wurden im 8./9. Jahrhundert auch Eier gesegnet und allmählich kam der Osterschinken an die Stelle des Osterlammes und zum Fleisch Brot und Kren.
Der schöne österliche Brauch der Speisensegnung erfreut sich auch heute noch ungebrochener Beliebtheit. Am Karsamstag kommen viele Katholiken in die Kirche, um ihre Osterspeisen segnen zu lassen. Sie erleben dabei die Gemeinschaft in der Kirche und nehmen den Segen Gottes. mit nach Hause in ihre Familien.
|
Das Osterei |
Das Ei ist Ursymbol uns sichtbarer Träger des Leben und der Lebenserneuerung (Fruchtbarkeitssymbol). Viele Legenden des Christentums sind mit der Ei-Symbolik verbunden. Das Osterei, das durch Färbung oder andere Verzierungen ausgezeichnet ist, stellt die bekannteste der Osterspeisen dar. Das rote Ei stand einst als Synonym für das Osterei
Ab dem 17. Jahrhundert war das gefärbte Osterei bereits bekannt und diente als Geschenk der Eltern und Paten für die Kinder sowie der Bauern für die Dienstboten. Es war aber auch Freundschafts-, Minne- und Verehrungsgabe. Besonders unheilabwehrende und segensspendende Wirkung schrieb man den "Antlaßeiern", also den am Gründonnerstag und Karfreitag von der Hennen gelegten Eiern, zu. Die Antlaßeier haben ihren Namen vom "Antlaß", den Tagen der Entlassung aus der Kirchenbutte. Sie wurden nicht gefärbt und galten als Mittel für und gegen alles. Dementsprechend wunden sie in Haus und Hof versteckt, z.B. unter dem Dach als Blitzschutz, unter der Türschwelle, im Stall und auf den Feldern.
Das Osterei hat in den vergangenen Jahrhunderten viele Stilperioden mitgemacht. Man faßte es in Gold und Silber und verzierte das Ei mit Perlen (Brautei). Noch heute ist die Kunst des Eierverzierens in vielen Variationen lebendig. Eine der ältesten Techniken ist wohl das Bemalen. Aber auch Gravieren, Ätzen oder Bekleben mit winzigen Strohteilchen machen das Ei zu einer kleinen Kostbarkeit.
G. V.