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Missbrauchsfall in der Oststeiermark vor 30 Jahren
Bischof Kapellari: „Wir bitten alle Opfer um Verzeihung und ermutigen sie, sich zu melden.“
PRESSEMITTEILUNG DER DIÖZESE GRAZ-SECKAU ZUM AKTUELLEN BERICHT IM „FALTER“:
Der durch einen Bericht in einer österreichischen Wochenzeitung bekannt gewordene Missbrauchsfall eines Kapuzinerpaters, der vor 25-30 Jahren als Pfarrer in der Oststeiermark tätig gewesen ist, war bisher weder der diözesanen Ombudsstelle noch den diözesanen Verantwortlichen bekannt. Wie es in dem Bericht heißt, seien in den späten 1970er und 80er Jahren bis zu zwanzig Kinder und Jugendliche beiderlei Geschlechts sexuell missbraucht oder belästigt worden. Laut dem Bericht habe der Priester, der mittlerweile seit über 20 Jahren im Burgenland tätig ist, die mittlerweile verjährten Vorfälle bestätigt.
Bischof Egon Kapellari bekundet seine tiefe Betroffenheit über diesen Fall und verweist zugleich auf den gemeinsamen Willen aller Bischöfe, sämtlichen Fällen von sexuellem Missbrauch durch kirchliche Mitarbeiter in der Vergangenheit in aller Offenheit zu begegnen: „Wir bitten alle Opfer um Verzeihung und ermutigen sie, sich zu melden.“ Bischof Kapellari verweist auf die jüngste Erklärung der österreichischen Bischöfe, in der allen Respekt gezollt wird, „die bereit sind, über ihre Erfahrungen mit sexuellem Missbrauch im kirchlichen Umfeld zu sprechen. Es ist nur zu erahnen, wie viel Überwindung und Mut es braucht, die Erinnerung an erlittenen Missbrauch in Worte zu fassen.“
Unter Verweis auf das Jesuswort „die Wahrheit allein macht frei (vgl. Joh 8,32)“ haben die Bischöfe ausdrücklich alle Betroffenen eingeladen, „sich an die Ombudsstellen der Diözesen zu wenden, wo sie einen geschützten und vertraulichen Rahmen für das Gespräch haben.“ Der steirische Oberhirte erinnert auch an die Forderung der Bischöfe an die Täter, ehrlich Rechenschaft zu geben und sich ebenfalls zu melden. Jeder Verdächtigte oder Überführte kann mit einem ordnungsgemäßen Verfahren rechnen, bei strafrechtlich relevanten Tatbeständen werde selbstverständlich volle Kooperation mit den Behörden geübt.
Bischof Kapellari wörtlich: „Der aktuelle Fall ist für uns Anlass, unsere Einladung an lückenlose Aufklärung, so weit sie menschenmöglich ist, zu wiederholen. Das sind wir den Opfern schuldig, aber auch den vielen unbescholtenen Priestern und Tausenden von ehren- und hauptamtlichen Frauen, Männern und Jugendlichen, die Tag für Tag durch ihre kirchliche Arbeit ein glaubwürdiges Zeugnis für die befreiende Botschaft Jesu Christi geben.“
(09.03.2010 - Autor: graz-seckau, gp)
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