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Diözesangespräch - für eine lebensnahe Kirche

Auf die Menschen hinhören, „heiße Eisen“ nicht ausklammern



Durch die Missbrauchskrise kam in der Kirche viel in Bewegung. Zum einen wurde einer jahrzehntelangen Praxis des Kleinredens und Vertuschens seitens der Bischöfe eine klare Absage erteilt. Mit der jüngst beschlossenen „Rahmenordnung“ für den Umgang mit sexuellem Missbrauch gibt es nun österreichweit geltende Standards für die Aufarbeitung der Vergangenheit und für bestmögliche Prävention.

In Bewegung sind aber auch viele Themen gekommen, die im Verhältnis von Kirche und moderner Welt eine große Rolle spielen. Die Ergebnisse der vom ORF durchgeführten Pfarrerumfrage bestätigen, dass kirchliche Mitarbeiter eine lebensnahe und glaubwürdige Seelsorge betreiben wollen und sich von der Kirchenleitung mehr Mut zu Reformen wünschen.

In der Steiermark hat Bischof Kapellari im Mai ein offenes Diözesangespräch angekündigt. Die vom Bischof eingesetzte Arbeitsgruppe hat unter der Leitung von KA-Generalsekretär Erich Hohl vor der Sommerpause einen Zwischenbericht gegeben. Alle bisher eingelangten Vorschläge wurden gesammelt und ausgewertet. Die am häufigsten genannten Themenbereiche sind bisher: Pflichtzölibat, wiederverheiratet Geschiedene, Frau in der Kirche, Sexualmoral, Laienverantwortung, Kommunikationskultur, Glaubensvermittlung und die Eignung von Priestern und anderen kirchlichen Mitarbeitern.
Gewünscht wird auch ein verstärktes Engagement der Kirche zu brennenden gesellschaftspolitischen Fragen sowie ein verstärkter Austausch über gelungene, aber oft zu wenig bekannte innovative Projekte in der Pastoral.

Resümierend meinte Erich Hohl: „Wir bedanken uns bei allen, die uns bisher schon Vorschläge und Eingaben betreffend das Diözesangespräch oder zu einzelnen Fragestellungen zukommen haben lassen. Fix geplant ist bereits, die so genannten "Heiße Eisen-Themen" im Monatsrhythmus ab Herbst im Bildungshaus Mariatrost offen für alle Interessierten zu thematisieren. Dabei geht es auch darum, die jeweils andere Seite und ihre Motive verstehen zu lernen. Außerdem erarbeiten wir einen Vorschlag für Kommunikationsregeln für das Diözesangespräch und für eine verbesserte Kommunikation innerhalb der Kirche.“

Aus den konkreten Vorschlägen, wie das Diözesangespräch ab Herbst konkret inhaltlich und strukturell umgesetzt werden soll, wird nun ein Konzept erarbeitet. Dabei soll bereits durch die Art der Dialogformate und Veranstaltungen spürbar werden, dass sich Reden und Hören in einer guten Balance bewegen und die Bereitschaft zu echter Reform und Veränderung hin zu mehr Glaubwürdigkeit und Lebensnähe signalisiert wird.

(13.07.2010 - Autor: graz-seckau, gp)

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